Geschichte

Geschichte


Kirche

Die erste Kirche in Dürnten stand nicht am selben Ort wie die heutige. Sie entstand nach der Christianisierung auf dem Bühl (heute Schneehaldenstr. 13). Die erste Kirche am heutigen Standort entstand im Frühmittelalter (um 700 n. Chr.). Im 11./12. Jahrhundert wurde eine romanische Kirche darüber gebaut und ums Jahr 1385 wurde die Kirche erneut vergrössert und im hochgotischen Stil gebaut. Unsere heutige Kirche entstand in den Jahren 1517-1521, also kurz vor der Reformation. Heute kann man sagen, dass das älteste und schönste Gebäude der Gemeinde Dürnten zweifellos die Kirche von Dürnten ist.

Im Folgenden lesen Sie, wie sich die Kirche über die Jahrhunderte hinweg verändert hat.

Das rechteckige Kirchenschiff erhielt bei der Ersterrichtung seine hölzerne Flachdecke, der (achteckige) Chor leicht erhöht, sein kunstvolles Netzgewölbe.

Der einstige Hauptaltar im Chor wurde schon nach wenigen Jahren in reformatorischem Eifer beseitigt. Von einem Seitenaltar erkennt man noch die hohe, untiefe Nische links vor dem Chorbogen. Das Stifterbild hinter dem Chorbogen mit dem Wappen des Abts von Rüti, Felix Klauser, und die Blumen des Paradiesgartens zwischen den Gewölberippen wurden übertüncht. Erst bei der Kirchenrenovation von 1979 kamen diese Kunstwerke wieder zum Vorschein. Im Stifterbild sind links, ausser dem Wappen des Abtes, seine Mütze und sein Stab, rechts das Dürntner Wappen abgebildet. In der Mitte schwebt ein Engel, der das Schweisstuch der Veronika mit dem Bildnis des dornengekrönten Christus in seinen Händen hält. Die Fehlstelle im Christusbild rührt daher, dass ein Handwerker 1921 ahnungslos dort einen Holzdübel setzte, um eine Lampe zu montieren.

Nicht beeinträchtigt wurden bei der Reformation die geschnitzten und bemalten Friesen an der Flachdecke. Diesen Schmuck hatten die Kirchgenossen wahrscheinlich zum grossen Teil selbst bezahlt. Einige Motive sind kaum zu deuten, andere hat ein Kunsthistoriker entschlüsseln können: Pelikan (links vorne über Seitenaltar) als Darstellung des Opfertods Christi, Phoenix (rechts vorne) als Sinnbild seiner Auferstehung usw. inmitten einer wilden Welt von Drachen, Vögeln und anderen Tieren [P.Jezler in der Dürntner Ortsgeschichte].

Die Wappentafel in der Deckenmitte zeigt die Herrschaftsverhältnisse von 1521 auf: zwei Löwen als Schildhalter, die Reichskrone mit dem deutschen Doppeladler, zwei gespiegelte Zürcher Wappen, zu unterst das Wappen von Grüningen, dem Sitz des Landvogts. - Auch in der neugotischen Übermalung von 1864 war die Flachreliefdecke eine Sehenswürdigkeit, seit der Restaurierung sind wieder die ursprünglichen Naturfarben freigelegt.

Sehenswert sind auch die Kanzel und der Taufstein aus dem Jahre 1628 mit reichen Intarsien.

Fakten und Zahlen zur Kirche

Gebaut: 1517 - 1521
letzte Aussenrenovation: 2008
letzte Renovation: 1979 - 1981 (Empore, Malereien, Friesen an der Decke, Bodenheizung, neue Orgeln)

Länge der Kirche: 18.5 m (mit Chor 27.5 m)
Breite der Kirche: 9 m
Höhe der Kirche : 13.9 m
Turmhöhe: 27.6 m
Zifferblatt: 3.40 m (Radius)

Anzahl Sitzplätze im Kirchenschiff: 180 (Standard) bis 200 (Vollbestuhlung)
Anzahl Sitzplätze im Chor: bis max. 30

Anzahl Glocken: 4


Geschichte im Überblick

700 n.Chr.

erste Kirche in Dürnten (10.3m x 6.6m)

11./12. Jhr.

zweite, romanische Kirche (14.0m x 6.6m)

ca.1385

dritte, hochgotische Kirche (21.7m x 9.8m)

1517-1521

heutige, spätgotische Kirche (27.5m x 9m)

Ende 16. Jh.

erste Uhr im Kirchturm

1628

Taufstein und Kanzel

1696

grosse Renovation

1823

barockes Vorzeichen auf Südseite (Vorbau Südportal)

1864

Übermalen der Flachdecke und der Friesen

1866

Neues Uhrwerk, Kreuzgibel und 4 Ziffernblätter, Gewichte für Antrieb

1878

Vergrösserung des mittleren Nordfensters, farbige Fenstergläser und erste Heizung

1886

4 Glocken und neuer Glockenstuhl

1901

erste Orgel, Empore verlängert, grosse Westfenster neu (Licht auf und unter der Empore)

1907

elektrisches Licht

1908

Zentralheizung mit Dampf in Röhren (Kanäle im Boden)

1931

zweite Orgel, Warmluftheizung

1952

Aussenrenovation der Kirche

1975

Lautsprecheranlage

1979-1981

grosse Renovation, dritte Orgel, Empore verkleinert, Malereien im Chor und Friesen restauriert, Wände neu gestrichen, neue Bänke, Täfer, Boden mit Bodenheizung, Kanzel auf die andere Seite gestellt

2006

Renovation der grossen Orgel

2008

Aussenrenovation der Kirche

Pfarrhaus

Das Pfarrhaus gehörte, wie die Kirche früher, dem Kloster Rüti. Der Pfarrgarten ging ursprünglich bis zur heutigen Hauptstrasse (Rütistrasse) welche vom Kreisel ins Dorf führt. Am unteren Ende des Gartens (also bei der Hauptstrasse) stand früher das Beinhaus, wo die Knochen von Verstorbenen aufbewahrt wurden. Später wurde das Beinhaus in ein Schulhaus umgewandelt.
Heute steht das Beinhaus nicht mehr. Auch der Pfarrgarten ist wesentlich kleiner geworden.

Alte Metzg

Das Begegnungszentrum "Alte Metzg" steht im Dorfkern von Dürnten. Von 1835 bis 1891 war es ein Metzgergebäude, daher der Name "Alte Metzg". Ab 1925 diente es als Wohn- und Waschhaus. Seit 1993 ist es im Besitz der Reformierten Kirchgemeinde Dürnten.